DG - Die Poetik der Schwellen

Reise als Übergangsräume

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Die Poetik der Schwellen - Sifnos als Topografie des Übergangs

Unsere Existenz ist ein fortwährender Übergang, ein "Unterwegssein" zwischen Zuständen, Orten und inneren Landschaften. Diese Bewegung offenbart sich am intensivsten in den sogenannten Schwellenräumen – jenen flüchtigen Zonen, wo Zeit, Architektur und menschliche Erfahrung miteinander verschmelzen. Die Ästhetik der Schwellen ist die Praxis, das Potenzial dieser Übergänge bewusst wahrzunehmen und in kreative Prozesse zu überführen.

Die griechische Kykladeninsel Sifnos ist ein paradigmatischer Schwellenraum in diesem Sinne. Ihre weiß getünchten Häuser, die kargen Pfade und die ewige Präsenz des Meeres sind nicht nur Kulissen, sondern ein Spiegel innerer Linien. Hier, wo das Licht gleißend ist und der Wind Geschichten flüstert, wird das Sehen zu einem Akt der radikalen Aufmerksamkeit. Als "Beauty Detective" jage Ich auf Sifnos nicht nach Motiven, sondern nach flüchtigen "Lichtspuren" – Fragmenten, die auf etwas Abwesendes verweisen und eine tiefere Resonanz auslösen. Es sind diese Risse in alten Mauern, das Spiel von Licht und Schatten, die Stille zwischen zwei Atemzügen, die die eigentliche "Grammatik des Films" und des Lebens bilden.

Die Reise nach Sifnos, die ich als "rituelle Desorientierung" und "Zwischenladung in die Imagination" bezeichne, ist ein bewusster Schritt ins Ungewisse. Sie dient nicht dem Ankommen, sondern der Neuerfindung der Rückkehr. In diesem Zustand des Dazwischen, abseits der Effizienzansprüche der Moderne, kann aus dem Chaos des Rohmaterials eine neue Ordnung entstehen. Die Insel wird zum optischen Labor, in dem alte Erinnerungen und zukünftige Visionen miteinander verwoben werden.

Wie Rainer Maria Rilke feststellte, ist:

"Schönheit nur der Anfang des Schrecklichen, den wir gerade noch ertragen"

Auf Sifnos wird diese gefährliche Schönheit nicht gefeiert, sondern als Herausforderung erfahren – sie zwingt zur Konfrontation mit sich selbst und zur Annahme des Unvollendeten. Das Ergebnis ist kein abgeschlossenes Werk, keine einfache Lösung, sondern eine Schwelle ins Offene. Die Poetik der Schwellen auf Sifnos wird so zu einem poetischen Experiment, das das Unsichtbare sichtbar macht und eine innere Transformation ermöglicht, indem es uns lehrt, die Welt nicht zu beherrschen, sondern sie mit Achtsamkeit zu empfangen und in ihr zu wachsen.


Reisen, Erinnerung und die fortwährende Neuerfindung der Identität

Wie prägen Reisen und die Auseinandersetzung mit Erinnerung die ständige Neudefinition der Identität?

#travel/philosophy #travelphilosopher

Reisen und die Auseinandersetzung mit Erinnerung prägen die ständige Neudefinition der Identität in einem tiefgreifenden und oft unlinearen Prozess.

Meine Reisephilosophie ist tief in der Überzeugung verwurzelt, dass das Unterwegssein selbst eine existenzielle Bewegung ist, die weit über das bloße Reisen hinausgeht. Für mich ist es eine unaufhörliche Suche nach Identität, Sinn und persönlicher Erfüllung, die sich durch die Konfrontation mit Orten, Geschichte und dem eigenen Inneren ausdrückt. Es ist ein jährliches Ritual der Selbstfindung, Reflexion, Regeneration und steten Wiedergeburt.

Hier sind einige Aspekte meiner Reisephilosophie:

Reisen als existentielle Praxis und Schwellenraum: Reisen ist für mich ein jährliches Ritual der Selbstfindung, Reflexion, Regeneration und steten Wiedergeburt. Es ist keine bloße Bewegung von A nach B, sondern ein Zustand des Dazwischen, ein bewusstes Verlorengehen oder eine "rituelle Desorientierung". In diesen Schwellenräumen – jenen ephemeren Zonen des Übergangs, wo Zeit, Architektur und menschliche Erfahrung sich verdichten – ereignet sich die eigentliche Transformation. Orte wie Sifnos dienen als "Spiegel meiner eigenen Existenz" und "Archive verborgener Geschichten". Diese "Zwischenladung in die Imagination" ermöglicht es mir, neue narrative Fäden zu entdecken und mein Leben neu zu erzählen.

Erinnerung als fluides und zu re-kartierendes Territorium: Erinnerung ist kein statisches Archiv, sondern ein "Mosaik aus Scherben", ein "Geflecht aus Erinnerungen, Brüchen und Wiederaneignungen". Meine Reisen sind eine "Kartografie des Unsichtbaren", bei der ich mein eigenes Spiegelbild in den Begegnungen mit Orten einfange. Das "Bergen von Erinnerungen aus versunkenen Tiefen" ist ein zentrales Motiv. Selbst Trauma und Verfall betrachte ich als ästhetische und symbolische Elemente, die neue Einsichten offenbaren. Die "Poetik der Rückkehr" beschreibt dabei die Integration des Fremden ins Eigene, was das Alte für immer verwandelt.

"Nostos" als Transformation der Heimkehr: Den Begriff "Nostos" (Heimkehr) definiere ich neu: Er ist keine Rückkehr an einen physischen Ort, sondern eine Ankunft im eigenen Innersten, eine "Neuerfindung der Rückkehr". Es geht darum, das Terrain meines Ursprungs zu durchqueren, um mir selbst zu begegnen, und mich neu zu erfinden, indem ich die Vergangenheit neu lese und schreibe. Das Ziel ist nicht das Ankommen, sondern die Fähigkeit, in meiner eigenen Geschichte wohnen zu können, ohne mich in ihr zu verlieren.

Die Ästhetik der Wahrnehmung ("Ästhetik der Lichtspuren"): Die Neudefinition meiner Identität geschieht maßgeblich durch eine "radikale Aufmerksamkeit". Als "Beauty Detective" jage ich auf Sifnos nicht nach Motiven, sondern nach flüchtigen "Lichtspuren". Diese "Lichtspuren" sind elementare, phänomenologische Gegebenheiten wie das Spiel von Licht und Schatten, Ruinen oder das Meer, die im Schnitt durch Resonanz miteinander verbunden werden und den "Plot" des Films – und somit des Lebens – als eine "Choreografie der Bedeutung" entstehen lassen. Dies ist ein "poetischer Widerstand gegen die visuelle Beschleunigung der Moderne", eine "gelebte Praxis der Wahrnehmung".

Die fortwährende Selbst-Konstruktion: Ich verstehe mich als "reisender Autor und filmischer Flaneur", der meine Erlebnisse und Gedanken dokumentiere. Mein Leben ist eine "fortwährende Skizze" und eine "unruhige Reise", ein "offenes Bild, das sich in Bewegung formt". Es ist ein Prozess des "Werdens", nicht des "Seins". Meine Identität beschreibe ich als "dynamische Tapisserie", gewoben aus Fäden der Erinnerung, Erfahrung und Kultur. Auch das Scheitern, die Heimatlosigkeit und die Konfrontation mit der Endlichkeit nehme ich als Teil dieses kreativen Prozesses der Selbsterschaffung an.

Insgesamt ist die Neudefinition der Identität durch Reisen und Erinnerung für mich ein risikoreiches, aber notwendiges Unterfangen. Sie führt nicht zu einer endgültigen Lösung oder einem festen Ziel, sondern zu einer "Schwelle ins Offene", einer "transformierten Haltung" und der Akzeptanz, dass ich "immer, auf dem Weg" bin.

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Die Poetik der Schwellen

Eine Praxis des Unterwegsseins: Schönheit nicht als Ziel, sondern als Spur im Übergang.

Unsere Existenz kennt keinen Endpunkt. Sie ist Bewegung – ein ständiges Dazwischen, ein Übergang von Ort zu Ort, von Zustand zu Zustand. Am intensivsten spürbar wird dieses Unterwegssein in den Schwellenräumen: dort, wo Zeit, Architektur und Erfahrung ineinanderfließen.

Für mich bedeutet die Poetik der Schwellen: das Unfertige wahrzunehmen. Nicht die fixierte Form, sondern das Fragile im Übergang. Und daraus eine kreative Praxis zu machen.

Die Kykladeninsel Sifnos ist ein solcher Schwellenraum. Ein Ort, wo das Licht schneidend klar ist und der Wind Geschichten trägt. Dort wird das Sehen selbst zu einer Übung in radikaler Aufmerksamkeit. Ich bin kein Sammler von Motiven, sondern ein „Beauty Detective“, der flüchtigen Lichtspuren nachjagt – Momenten, die auf das Abwesende verweisen, eine Resonanz öffnen, die bleibt.

Das ist für mich ein poetischer Widerstand gegen die visuelle Beschleunigung der Moderne.

Rainer Maria Rilke schrieb: „Schönheit ist nur der Anfang des Schrecklichen, den wir gerade noch ertragen.“ Auf Sifnos wird diese gefährliche Schönheit nicht verklärt, sondern als Herausforderung erlebt. Sie zwingt zum Innehalten, zur Selbstkonfrontation.

Meine Reise ist daher keine lineare Rückkehr, sondern eine rituelle Desorientierung – eine Zwischenladung in die Imagination. Aus dem Chaos der Eindrücke entsteht eine neue Ordnung. Nicht fixiert, sondern offen, wie ein Fragment, das weiteratmet.

Die Poetik der Schwellen auf Sifnos ist kein abgeschlossenes Werk, sondern ein Experiment: das Unsichtbare sichtbar machen. Eine innere Transformation beginnen. Lernen, die Welt als Schwelle zu empfangen – und in ihr zu wachsen.

👉 Das Video zur Spurensuche ist hier zu sehen: https://youtu.be/iPkcjrAfTM?si=dERdGe0LTGLNL8r